Liebe Leute,

wir bedanken uns herzlich bei allen Demo-Teilnehmer*innen, Schildertragenden und Transparente-Haltenden. Nur durch euer Dasein konnten wir gemeinsam zeigen, dass wir die Zustände so nicht hinnehmen können und sie kritisieren wollen.

Ein besonderer Dank an alle Ordner*innen, den Lautischutz, den Ermittlungsausschuss, der Lautifahrerin, dem Tontechniker, die Redebeiträge Formulierenden und Haltenden und an alle Menschen, die inhaltlich und organisatorisch ihren Teil beigetragen haben. Danke an die Bürger*innen, die sich bereit erklärten das Handeln der Staatsdiener*innen zu beobachten.

Wir möchten weiterhin solidarisch und aktiv gegen Nazis, Rassismus, staatliche Repression, Kapitalismus, Sexismus, Antisemitismus (die Liste lässt sich um einiges fortführen) vorgehen und suchen weiter nach Möglichkeiten Frust in Widerstand zu wandeln.

Dazu werden wir in Kürze einen Auswertungstext zur Demo präsentieren und eine Broschüre wird erscheinen, die die Erfurter Verhältnisse ausführlicher beleuchtet. Wir bleiben in Kontakt – informiert und organisiert euch!

Pressemitteilung: Antifaschistische Demonstration durch Erfurt gelaufen – Frust bleibt bestehen

Zu einer antifaschistischen Demonstration unter dem Motto “Der Frust muss raus! Konsequent handeln gegen Nazis, Rassimsmus und staatliche Repression!” versammelten sich heute über 500 Personen in der Erfurter Innenstadt. “Die vielen Teilnehmerinnnen und Teilnehmer haben heute deutlich gemacht, dass wir mit unserem Frust nicht alleine sind und haben dies lautstark zum Ausdruck gebracht.” sagte Constanze Schubert aus der Vorbereitungsgruppe.

Die angemeldete Demonstration begann mit einer Auftaktkundgebung um 16Uhr auf dem Wenigemarkt, wo zahlreiche Passantinnen und Passanten in den Cafés die Veranstaltung wahrnehmen konnten. Mit Schildern, Transparenten und Redebeiträgen trug die Demonstration ihre Botschaften nach außen. “Wir haben Frust, weil wir von Nazis angegriffen werden, die Polizei diese Übergriffe entpolitisiert und die städtischen Behörden alternative Subkultur aus der Innenstadt verdrängen.” sagt Susanne Ulbrich.

In Redebeiträgen formulierten teilnehmende Gruppen ihre Kritik: Einerseits wurde die konkrete Situation in Erfurt beleuchtet, andererseits aber auch deren allgemeine gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen thematisiert.
Paul Müller dazu: „Der Beitrag der organisierenden Gruppen aus dem Umfeld des politischen Ladenprojekts “veto” fokussierte die alltäglichen Bedrohungen, denen sich Migrant*innen, Punks, Nichtdeutsche und andere, die nicht in das Bild eines sauberen, angepassten, weißen Stadtbilds passen, ausgesetzt sehen. Dazu gehören gewalttätige Übergriffe von Nazis als auch diese der Polizei. Die Unterstützungsgruppe eines Betroffenen machte sich für eine breite Solidarität mit Opfern rechter Gewalt und kriminalisierten Antifaschist*innen stark und erklärte “Antifaschistischer Selbstschutz ist in Erfurt notwendig!”. Weitere Beiträge kamen von der Erfurter Antifagruppe AG17, der bundesweiten Kampagne “Rassismus-tötet!”, der Erfurter Flüchtlingsinitiative und der Antifa Arnstadt-Ilmenau.

Eine Teilnehmerin äußerte gegenüber der Vorbereitungsgruppe: “Die Größe und Stärke der Demonstration hat gezeigt, dass dieses Thema vielen wichtig ist, weil sie in ihrem Alltag mit Rassismus und Repression konfrontiert sind.” Zur Abschlusskundgebung betonte die Moderation nocheinmal, dass mit der kritischen Auseinandersetzung der Zustände in Erfurt nicht Schluss sein darf. “Wir müssen effektiven Widerstand gegen Rassismus, Sexismus, Nationalismus und Antisemitismus im Alltag leisten. Wir sind uns darüber im Klaren, dass dies heißt, die kapitalistische Gesellschaftsordnung als Ganze in die Kritik zu nehmen und treten gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft ein. Wandelt Frust in Widerstand!” betont Constanze.

In Erfurt wurde in letzter Zeit in verschiedenen Formen (z.B.: Pressegespräch 31.08 in der Offenen Arbeit, Straßenfest in der Michaelisstraße am 29.09., Demonstration 13.10) auf die nicht länger hinzunehmende Situation hingewiesen. Für November wurde eine Broschüre angekündigt, die sich mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzt und diese dokumentiert, auch Betroffene und Akteurinnen und Akteure werden darin zu Wort kommen.

Letzte Infos vor der Demo

Die Demo beginnt am Samstag um 16:00 Uhr auf dem Wenigemarkt in Erfurt (link zu Google Maps).

Der Zugtreffpunkt für die Anfahrt aus Jena ist um 14:30 Uhr am Westbahnhof. Der Zug fährt 14:38 Uhr los.

Ermittlungsausschuss: 0152-36511081 (was ein Ermittlungsausschuss ist erfahrt ihr unter Demo)

Eine Karte mit der Demoroute könnt ihr euch Herunterladen: Vordeseite (4 MB), Rückseite (1,8 MB)

Kommt vorbei und lasst euren Frust raus!

Bürgerinnen und Bürger kündigen Beobachtung des Polizeieinsatzes an

Eine Gruppe Bürger*innen kündigte Heute die Beobachtung des Polizeieinsatzes während unserer Demonstration am Samstag an. Wir dokumentieren ihre Pressemitteilung:

Für den 13.10.2012 haben verschiedene linke Gruppen eine Demonstration unter dem Motto „Der Frust muss raus“ in Erfurt angekündigt, die auf die zunehmende Nazigewalt sowie die unzulängliche Reaktion staatlicher Behörden aufmerksam machen soll. Weil die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit eines der höchsten Rechtsgüter darstellt, haben sich Bürgerinnen und Bürger dazu entschlossen, den Polizeieinsatz bei dieser Demonstration kritisch zu begleiten. Die Intitiator_innen hoffen auf einen rechtsstaatlich korrekten Verlauf des Einsatzes, die Erfahrungen in Erfurt bei den Polizeieinsätzen der letzten Monate, etwa am 6. August bei einer Kundgebung auf dem Domplatz lassen jedoch Rechtsverstöße durch Polizeibeamte befürchten. Angelehnt an die Erfahrungen in anderen Orten oder bei Großeinsätzen wie den Castortransporten soll eine unabhängige Kontrolle durch eindeutig gekennzeichnete Beobachterinnen und Beobachter auch in Erfurt etabliert werden.

Die Initiatorinnen und Initiatoren weisen vorsorglich darauf hin, dass nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg vom 23.2.2012 die Beobachtung und Dokumentation polizeilicher Einsätze grundsätzlich statthaft ist, sofern von den beobachtenden Personen keine Störung der Amtsausübung ausgeht. Die Polizei darf weder die Beobachtung noch die Fotodokumentation unterbinden, keine Platzverweise aussprechen und ebenso wenig die Personalien der Beobachterinnen und Beobachter feststellen.

Jungle World: „Menschen beim Einkaufen stören“

»Der Frust muss raus« – das finden linke Gruppen aus Erfurt. Sie rufen unter diesem Motto zu einer Demonstration am 13. Oktober auf, die sich gegen die Nazigewalt in der Stadt und gegen deren Verharmlosung durch Behörden und die Öffentlichkeit richten soll. Die Vorbereitungsgruppe hat mit der Jungle World gesprochen.

Weiterlesen bei der Jungle World.

QuerBeatRecordz – Frust

Der Song zur Demo! Wir sagen an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an die Leute die den Track in so kurzer Zeit produziert haben! Wandelt Frust in Widerstand!

Mobiveranstaltung am 10. Oktober im veto

Mobiveranstaltung am 10. Oktober in Erfurt zur Demo Der Frust muss raus!

Aufkleber im veto

Wegen der hohen Nachfrage haben wir einen Stapel Aufkleber nachdrucken lassen. Ihr könnt diese ab sofort im veto abholen.
Der Frust muss raus Aufkleber Demo am 13. Oktober 2012 in Erfurt

Pressemitteilung: Mobilisierung und die Notwendigkeit antifaschistischer Selbsthilfe

  • Mobilisierung läuft auf Hochtouren
  • Infoveranstaltung am 10. Oktober im „veto“
  • die wenigen Proteste gegen den Naziaufmarsch am 29. September bestärken uns in unserem Anliegen

Die Mobilisierung zu der antifaschistischen Demonstration am 13. Oktober in Erfurt läuft auf Hochtouren. Unter dem Motto „Der Frust muss raus! Konsequent handeln gegen Nazis, Rassismus und staatliche Repression!“ werden an diesem Tag mehrere hundert Menschen durch Erfurt demonstrieren. „In den vergangen Tagen haben wir mehrere Tausend Flugblätter verteilt, in denen wir zu der Demonstration aufrufen. Plakate und Flyer wurden in Cafés und Läden ausgelegt. Auf einem Straßenfest gegen rechts in der Michaelisstraße waren wir mit einem großen Transparent präsent. In mehreren Wohngebieten haben wir Flyer in Briefkästen verteilt. Auch an befreundete und mit uns solidarische Gruppen aus anderen Städten haben wir Flyer und Plakate gesendet.“ sagte dazu Alexander Kron aus der Vorbereitungsgruppe.

Am 10. Oktober wird eine letzte Informationsveranstaltung im Projekt „veto“ im Papiermühlenweg 33 stattfinden. „Auf der Veranstaltung wollen wir die Hintergründe zu der Demonstration erläutern und das Demonstrationskonzept vorstellen. Eingeladen sind alle die sich über die Demonstration oder deren Hintergründe informieren wollen.“ sagte Susanne Ulbrich. Die Veranstaltung beginnt um 20.00 Uhr. Im Anschluss soll es genügend Raum für Nachfragen und Diskussionen geben.

Die am 29. September stattgefundene Demonstration aggressiver Nazis der sogenannten „Freien Kräfte“ bestärkt die Demonstrationsorganisatorinnen und Organisatoren in ihrem Anliegen. „Schon wieder konnte eine rassistische und nationalistische Nazidemonstration beinah ungestört durch Erfurt marschieren. Schon wieder hat die Polizei antifaschistische Gegenproteste massiv behindert.“ sagte Alexander Kron dazu. Besonders die unzähligen Vorkontrollen von Antifaschisten und Antifaschistinnen und damit verbundene Schikanen gerieten in die Kritik. „Entgegen den ständigen Lippenbekenntnissen und der Selbstbezeichnung von “Erfurt als Stadt der Vielfalt”, sind Stadt und Ordnungsbehörden unfähig und unwillig gegen Nazis vorzugehen. Interesse daran antifaschistischen Protest zu ermöglichen, gibt es schlicht nicht, von der Rolle der Polizei ganz zu schweigen. Ist sie doch nicht dazu da, Antifaschist*innen den Weg für Proteste frei zu machen, sondern das bestehende System zu verteidigen. An den rüden Umgang und den abfälligen Ton, muss man sich als Antifaschist*in gewöhnen. Wir können nur effektiv gegen Nazis und dessen Ursachen vorgehen wenn wir aktiv werden, Diskurse voantreiben und uns vernetzen und organisieren“ betonte Susanne Ulbrich. Ein Ansatz dazu soll laut Organisatorinnen und Organisatoren die Demonstration am 13. Oktober sein.

Die Demonstration beginnt um 16 Uhr auf dem Wenigemarkt. Weitere Informationen gibt es unter frust.blogsport.de.

Indymedia: Vielfältig sind in Erfurt nur die Nazis

2009 zur „Stadt der Vielfalt“ gekürt, gibt sich Erfurt imagebewusst, weltoffen und tolerant. Dass dies nicht so recht funktionieren will, liegt nicht an einem Versagen der gut bezahlten und gut ausgestatteten Werbebüros, die Erfurt engagiert, sondern vor allem an den unzähligen rassistischen und faschistischen Übergriffen, die seit ein paar Monaten immer wieder an die Öffentlichkeit gelangen. Auch die Lippenbekenntnisse in einer von allen Fraktion im Stadtrat verabschiedeten gemeinsamen Erklärung, in der die Taten verurteilt werden, kann daran nichts ändern.

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